Copy-Killer
Die CDs, die mit diesem Aufkleber gekennzeichnet sind, laufen nicht im CD-ROM-Laufwerk eines PCs. Auch die aktuellen Bravo-Hits sind mit einem Kopierschutz versehen. Das soll das Kopieren der Daten verhindern. Unangenehmer Nebeneffekt: In vielen CD-Playern stecken Laufwerke, die ebenfalls aus der Computerwelt stammen. Und die können am Datensalat scheitern. Die Fachzeitschrift Audio hat kopiergeschützte CDs auf ihren Testgeräten laufen lassen und fand etliche, die das Abspielen verweigerten - darunter so edle Geräte wie der Marantz DV 4200 oder auch der Universum 8113. Übrigens sind auch MP3-Fans betroffen, die bislang vielleicht ihre CDs zum persönlichen Gebrauch in diesem komprimierten Format überspielt haben, um zum Beispiel für unterwegs 13 Stunden Musik auf eine einzige CD zu bringen. Sind die Originale nicht mehr vom PC lesbar, können sie auch nicht in MP3-Dateien umgewandelt werden.
So arbeiten Kopierschutzsysteme
Kopierschutz-Systeme nutzen die Tatsache, dass Computerlaufwerke mehr erkennen als reine Audio-Player, die nur die erste Session - also den ersten Datenabschnitt einer CD lesen können. Hier muss sich also auch die Musik befinden. CD-ROM-Laufwerke dagegen sind so genannte "Multireader", die mehrere Sessions identifizieren können. So enthalten Maxi-CDs neben Remixes oft auch noch eine zweite Session mit dem Video des Musiktitels. Der normale CD-Player findet nur die erste Session mit der Musik, das CD-ROM-Laufwerk obendrein die bewegten Bilder. Die meisten Kopierschutz-Systeme arbeiten mit mehreren Sessions, die irreführende Daten enthalten. Sie manipulieren das Inhaltsverzeichnis (TOC) der CD, um CD-ROM-Laufwerke von der ersten Session fernzuhalten. Ein Audio-CD-Player lässt sich davon nicht aus dem Takt bringen. Er schickt seinen Laser einfach so lange über die Scheibe, bis er die Audiodaten gefunden hat. CD-ROM-Laufwerke dagegen sind auf die genaue Auswertung der Orientierungs-Daten angewiesen, weil sie nicht nur mit Audio-CDs gefüttert werden. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten der Manipulation. So sollte der Anfang einer CD bei Sektor Null liegen. Bei kopiergeschützten Exemplaren variiert der Startpunkt dagegen von den Sektoren -1 bis 750. Auch das bremst viele Laufwerke aus.
Diese Kopierschutzsysteme gibt es zur Zeit
Key2Audio von Sony ist der zur Zeit wohl am weitesten verbreitete Kopierschutz. Das System setzt die Startposition des ersten Tracks auf Sektor 600, also viel später als vorgeschrieben, und es arbeitet mit drei Sessions. Zwei davon sind nur mit Datenmüll gefüllt, in dem der Laser orientierungslos herumirrt.
Cactus Data Shield gibt es in zwei Varianten, CDS 100 und CDS 200. Beide arbeiten mit mehreren Sessions und einem manipulierten Inhaltsverzeichnis. Der angebliche Beginn des ersten Tracks bei Sektor -1 macht den meisten CD-ROM-Laufwerken zu schaffen. Zusätzlich deklariert das System alle Musikstücke zu Datentracks. Selbst wenn ein PC sie findet, kann er sie dann oft nicht auslesen. CDS 200 verschlechtert die Qualität der Musikdaten künstlich und mischt absichtlich Datenfehler in die musikalischen Informationen. PC-Laufwerke spielen die Musik dann nur holprig mit vielen Knacksern ab.
DOC.LOC Audio verschiebt den Start auf Sektor 750, was sehr viele CD-ROM-Laufwerke nicht mehr finden. Zusätzlich gibt es einen Datentrack, von dem diverse Verwirrspiele ausgehen.
In Deutschland bisher noch nicht im Einsatz ist MediaCloQ. Dieser Schutz soll die Musik ebenfalls durch falsche Einträge im Inhaltverzeichnis der CD und Multisession-Technik unsichtbar machen. Auch Safeaudio gibt es noch nicht in Deutschland, es arbeitet mit massiven Datenfehlern in den Musikdaten.
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(c)Audio
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