Formatfrage
DVD-Recorder sind neu, teuer - und machen richtig Spaß. Wer schon mal mit den glänzenden Silberscheiben aufzeichnen durfte, weiß das. Doch wie hoch ist der praktische Nutzen wirklich? Das zeigt sich spätestens dann, wenn die spontane Begeisterung abebbt: Im Zusammenspiel mit RAM-Discs kann der Panasonic DMR-E 20 (2940 Mark) nichts, was ein Festplattenrecorder nicht besser könnte. Die recht kurze Spielzeit der DVD-RAM-Scheiben, vor allem aber die begrenzte Einsatzfähigkeit sind ihr Problem - sie können nicht in anderen DVD-Playern laufen, sondern rotieren bislang nur auf entsprechenden Recordern oder Computerlaufwerken und erst demnächst auch auf verschiedenen Playern.
Wenige Gestaltungsmöglichkeiten
Die Editing-Möglichkeiten des aktuellen DVD-Recorders sind bescheiden; ambitionierte DVD-Filmer erwarten vielfältigere Funktionen und harmonischere Übergänge, vor allem beim Ton. Eine Kopie der geschnittenen Version lässt sich nur mit einem zweiten DVD-Recorder, einem RAM-geigneten DVD-Player oder einem entsprechenden PC-Laufwerk machen. Eine Digitalkopie auf DVD-R klappt nicht, da kein Gerät MPEG-2-Daten digital wiedergeben kann. Die Lösung für ambitionierte Videofilmer ist daher: Bearbeitung mit allen Raffinessen am PC, überspielen in Echtzeit auf DVD-R-Scheiben. Sie sind universell verwendbar. Der Einsatzweck der RAM-Discs beschränkt sich somit weitgehend auf TV-Mitschnitte. Und die zu editieren ist nur dann sinnvoll, wenn sie ins Archiv wandern sollen. Das kommt allerdings noch richtig teuer: Eine 4,7-GB-DVD-RAM kostet knapp 50, doppelseitige Discs (9,4 GB) fast 80 Mark. DVD-Rs dagegen sind schon für unter 25 Mark zu haben.
Fazit:
Der Panasonic DMR-E 20 ist die günstigste Möglichkeit, bewegte Bilder in Echtzeit auf kompatible Discs zu brennen. Wem zwei Stunden Aufnahmedauer genügen, erhält zusätzlich einen Videorecorder mit Top-Ausstattung und Bild. Längere Laufzeiten gibt's nur mit Qualitätseinbußen. Die Zukunft des Mediums DVD-RAM ist aber noch ungewiss.
Einfaches Konzept
Noch macht es der Philips DVDR 1000 (3920 Mark) potenziellen Käufern leicht: Unterschiedliche Formate kennt er nicht und verlangt so auch keine Entscheidungen für oder gegen einen Disc-Typ. Eine für alles: so lautet das Philips-Credo. Leicht zu bedienen soll der DVD-Recorder sein, die Scheibe ist zu den meisten Playern kompatibel. Das Richtige für Videofans, die die Nachbearbeitung mit dem Recorder für überflüssig halten. Oder für solche, die der Faszination DVD erlegen sind, auf technische Kunststückchen des Recorders aber weniger Wert legen und die Scheiben problemlos bespielen und weitergeben möchten. Das klappt zwar nicht immer, da einige Player mit den +RWScheiben partout nichts anfangen können. DVD-Rs können allerdings auch nicht alle lesen, DVD-RAMs sowieso nicht. Doch selbst Philips-Eigner müssen künftig wählen: Ende dieses Jahres kommt die einmal bespielbare DVD+R, bereits ausgelieferte Recorder macht ein Software-Update fit für die +R-Discs.
Fazit:
Der Philips DVDR 1000 hat ein pfiffiges Konzept, ist aber als Ersatz für einen Videorecorder noch recht teuer. Die Kompatibilität der aufgenommenen Scheiben zu anderen DVD-Player ist akzeptabel, die Bildqualität aber nur im HQ-Modus (1 Stunde) überzeugend. Die DVD+RW konkurriert mit der DVD-RW um die Vorherrschaft im Lager der wieder beschreibbaren Discs, der Ausgang ist auch hier noch ungewiss.
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