Ohne Schere und Klebstoff: Videofilme am PC schneiden und bearbeiten
Mit einer kleinen digitalen Videokamera lassen sich im Handumdrehen herrliche Urlaubsvideos aufnehmen. Doch oft hat der Urlauber stundenlang am Strand die Wellen und Sandburgen abgedreht oder bei der Abendunterhaltung im Hotel sämtliche Programmpunkte mitgeschnitten. Wer daheim Freunde und Kollegen nicht endlos langweilen möchte, der kann seine Videos am PC schneiden und nachbearbeiten. Denn noch nie war digitale Bindbearbeitung so einfach wie heute.
Hardware
Wer die digitalen Bildsignale von der DV-Videokamera in den PC übertragen möchte, braucht eine IEEE 1394 Schnittstelle, auch Firewire oder i.Link genannt. Die gibt es auf einer Zusatzsteckkarte bereits für weniger als 100 Mark im Fachhandel zu kaufen. Besondere Ansprüche werden an die Hardware des PCs bei der Videobearbeitung gestellt. Schließlich müssen jede Sekunde Bilddaten von 3,5 MB verarbeitet werden. Hier gelten 500 MHz und 128 MB Hauptspeicher als absolutes Minimum. Je mehr MHz und je mehr Hauptspeicher um so besser. Das gilt auch für die Festplatte. So belegt ein halbstündiges Video schon fast 10 Gigabyte auf der Festplatte. Weil häufig aus mehreren Szenen ein fertiger Film geschnitten werden soll, sind hier 40 GB die untere Grenze. Sinnvoll ist es daher eine eigene Festplatte nur für die Videodaten anzuschaffen.
Software
Bei vielen Firewire-Karten in der Preisklasse ab 200 Mark ist einfache Videoschnitt-Software dabei. Damit kann man harte Schnitte, aber auch schon einfache Blenden und Übergänge einfügen. Wer professioneller in die Videobearbeitung einsteigen möchte, der sollte mehrere hundert Mark zusätzlich für die Software einkalkulieren. Dafür wird er mit schnellerer Bearbeitung und mehr Funktionen belohnt. Bessere Programme lassen sich aber auch einfach nachkaufen, wenn man merkt, dass man gefallen am Videoschnitt gefunden hat.
Analoge
Wer noch keine digitale Videokamera besitzt, kann ebenfalls seine Videofilme am PC nachbearbeiten. Dazu ist dann allerdings eine andere Zusatzkarte erforderlich, die das analoge Video in digitale Signale umwandelt. Die Bearbeitung am PC ist die selbe, da die Filme jetzt digital vorliegen. Beim zurückspielen auf ein (analoges) VHS-Band werden die Videodaten dann erneut umgewandelt. Verlustfreies Kopieren und Bearbeiten ist hier nicht möglich. Dennoch ist der Videoschnitt deutlich komfortabler, als beim "alten" Verfahren, bei dem die Szenen mit mehreren Videorekordern aneinander kopiert wurden.
Zeitfaktor
Wer Videos am PC bearbeiten möchte sollte Zeit haben. Zunächst müssen die Videoszenen, die bearbeitet werden sollen, auf den PC gespielt werden. Wenn die Reihenfolge feststeht werden die Szenen roh geschnitten. Anschließend werden Blenden und Übergangseffekte eingefügt. Zum Schluss kommt noch der Ton unter die Bilder. Das kann zusätzlich zum Originalton Musik sein, aber auch ein Off-Sprecher, oder auch beides. Ist der Film fertig am PC zusammengebaut muss er vom Computer neu berechnet werden, Fachleute sprechen von "rendern". Schließlich wurden ja Bild- und Tondaten verändert. Das kann je nach Länge des Films auch schon mal die ganze Nacht dauern. Der fertige Film kann vom PC digital und verlustfrei wieder auf ein digitales Band in die digitale Videokamera zurück gespielt werden, aber natürlich auch auf ein VHS-Band überspielt oder auf eine CD-ROM gebrannt werden.
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