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Pluspunkt

DVD+RW - ein kleines Plus im Schriftzug macht einen großen Unterschied: Denn der Philips DVDR 1000 ist der erste wirklich lieferbare DVD-Recorder in Deutschland. Die Fachzeitschrift Video hat ihn getestet.

Philips setzt auf einfache Bedienung mit vielen vertrauten Elementen. Wer einen VHS-Videorecorder im Griff hat, kommt auch mit dem DVDR 1000 klar. Die einzige Entscheidung, die der Philips-Recorder seinem Nutzer abverlangt, ist die nach der Aufnahmequalität, sprich Spielzeit. Zur Auswahl stehen vier Stufen. Im Standardmodus passen zwei Stunden Video auf die 4,7-Gigabyte-Scheibe.

Kleinere Schwächen in der Bedienung
Beim ersten Einschalten startet automatisch das Installationsmenü, die Sendersuche klappt reibungslos. Die Menüoberfläche erinnert an DVD-Player von Philips, alle Aufnahmeoptionen sind unauffällig integriert. Manche etwas zu unauffällig. Um den Aufnahmemodus zu wechseln, muss sich der Benutzer erst durchs komplette Menü hangeln, bis er unter "Aufnahme-Einstellungen" endlich zum Ziel kommt. Ein separater Knopf auf der Fernbedienung wäre besser.

Einfach Aufnehmen
Absolut einfach klappen Aufnahmen: Bildeingang wählen und "Rec"-Taste drücken, fertig. Mit der jeweils ersten Aufnahme legt der DVDR 1000 auf jeder Disc ein Menü an, das die Navigation durch den Inhalt zum Kinderspiel macht. Nach jeder weiteren Aufnahme aktualisiert der Recorder die Übersicht und fügt ein Indexbild hinzu - ein Vorgang, der lediglich einige Sekunden dauert. Das so genannte Finalisieren - notwendig, damit Standard-Player beispielsweise DVD-Rs lesen können - entfällt bei der DVD+RW. Nur wer den Scheibeninhalt nachträglich bearbeitet, muss die Disc "kompatibel machen".

Scheiben laufen nicht überall
Einen kleinen Dämpfer gab's im Kompatibilitätstest. Tatsächlich spielten von 46 eigens geprüften DVD-Playern zwölf die +RW-Discs nicht ab. Oder sie stellten den Betrieb nach kurzer Zeit ein. Dass die Silberlinge extrem empfindlich reagieren auf Staub oder Fingerabdrücke, ist kein Geheimnis. In einigen Fällen genügte jedoch ein Wisch mit einem weichen Tuch, um einen zuvor unwilligen Player doch noch zum Mitspielen zu bewegen.

Kopien mit Qualitätsverlust
Vergleicht man die Kopie mit dem DVD-Original, fällt ein etwas geringerer Kontrastumfang und eine minimal schlechtere Durchzeichnung auf. Schnelle Kameraschwenks oder Zoomfahrten zeigen die Grenzen des DVD-Recorders. Im SP-Modus (sinnvoll für Fernseh-Mitschnitte) wirken schnelle Bewegungen zappelig und unnatürlich. Insgesamt liegt die Qualität der aufgenommenen Scheiben etwa auf dem Niveau von guter S-VHS-Qualität. Im Long- und Extended Play-Betrieb leidet nicht nur die Bewegungsdarstellung, auch die Auflösung lässt nach. Die Folge sind merklich flauere Bilder mit weniger Schärfe. Pixelrauschen und Klötzchenbildung trüben in dynamischen Sequenzen den Bildgenuss. Speziell die Vier-Stunden-Aufnahme kann kaum befriedigen. Auf 100-Hertz-Fernsehern und mit zunehmender Bildschirmgröße stört das noch stärker. Kopien von Film-DVDs erlaubt der Philips nur auf analogem Weg. Neben geringen Einbußen in der Bildqualität bedeutet diese Übertragung auch den Verlust des Original-Menüs und - so vorhanden - des digitalen Mehrkanaltons. Kopiergeschützte Filme verlangen zusätzlich nach einem Kopierschutz-Knacker.

Guter Ton
In der Tonwertung kann der DVDR 1000 Boden gut machen. Die Probleme analoger Recorder sind ihm fremd. Sauber und präzise reproduziert er auch anspruchsvolle Passagen. Dass ihm Aufnahmen nicht völlig verlustfrei gelingen, hat einen einfachen Grund: Der Philips nimmt bis auf DV-Camcorderfilme alle Tonsignale analog entgegen - und bannt sie komprimiert im Format Dolby Digital 2.0 auf Scheibe. Leichte Abstriche in der Räumlichkeit und etwas dünnere Stimmenwiedergabe lassen sich verschmerzen.

Exzellent als DVD-Player
Als DVD-Player zeigt sich der DVDR 1000 von seiner Schokoladen-Seite. Mit hochklassigem digitalem Mehrkanalton-Material heizt er den Zuhörern mächtig ein. In der Bildwertung schließlich spielt er als Player in der obersten Liga. Wer den "Gladiator" in die Lade steckt und ihn später das Kolosseum betreten sieht, ist ob der fast schon dreidimensionalen Präsenz begeistert. Details, Schärfe und Durchzeichnung lassen keine Wünsche offen.




Hier finden Sie Shops zu den erwähnten Produkten :

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(c) VIDEO
Bildnachweis: Hersteller

 
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