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Tee - mehr als nur ein Heißgetränk

Geschichte

Bereits vor 5000 Jahren wurde im alten China die positive Wirkung der Teeblätter beschrieben. Wie der Tee als aromatisches Aufgussgetränk entdeckt wurde; darüber ranken sich viele Legenden. So soll etwa 2.500 v. Chr. ein chinesischer Kaiser aus Hygienegründen sein Trinkwasser stets abgekocht haben. Einmal sollen dabei Teezweige in den Topf gefallen sein und das Wasser in ein wohlschmeckendes Getränk verwandelt haben.
Im 15. Jahrhundert importierten als erste die Holländer den Tee nach Europa, später die Engländer. Tee wurde dann auch in Deutschland immer beliebter, heute werden hierzulande nach Angaben des Deutschen Teeverbandes jährlich pro Kopf 30 Liter Tee getrunken. Tee ist damit nicht nur ein Getränk, sondern in vielen Ländern der Welt auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Weltweit wurden 1998 etwa 2,86 Millionen Tonnen Tee erzeugt - damit bleibt Tee nach Wasser das am meisten konsumierte Getränk.

Gesundheit
Neben der geselligen Wirkung des Tees und der wohltuenden Wärme an kalten Tagen, haben unterschiedliche Teesorten eine verschiedene Wirkung auf den menschlichen Körper. Bei schwarzem Tee ist eine anregende Wirkung zu beobachten, die durch das so genannte Teein hervorgerufen wird, sofern die Blätter kürzer als 3 Minuten in heißem Wasser gezogen haben. Zieht der Tee länger lösen sich die Gerbstoffe und erzielen eher eine beruhigende Wirkung.

Grüner Tee enthält wichtige Mineralstoffe wie Fluor, Zink, Calcium, Kalium, Jod, Kupfer und Mangan. Weil grüner Tee Fluor enthält, kann damit auch Karies vorgebeugt werden.
Die Stoffe Theobromin und Koffein stimulieren den Stoffwechsel und fördern damit das allgemeine Wohlbefinden. Zusätzlich gleichen die B-, C-, und E-Vitamine den Vitaminhaushalt im Körper aus. Grüner Tee ist deshalb grün, weil die Blätter bei der Herstellung nur ganz kurz gedämpft werden und damit nicht ihre Farbe verlieren.

Kräutertees haben oft auch eine messbare medizinische Wirkung. So kennen viele die schweißtreibende Wirkung von Lindenblütentee, welche die Heilung bei Erkältungen fördert. Kamille wirkt entzündungshemmend. Sie beruhigt den Magen und hilft bei Mandel- oder Halsentzündungen. Für die Atemwege wohltuend ist ein Kamilledampfbad.
Nach einer Studie der amerikanischen Teeindustrie scheint bei gewohnheitsmäßigen Teetrinkern das Herzinfarktrisiko geringer zu sein als bei anderen Personen.

Zeremonien
Die Japanische Teezeremonie entstand aus alten zenbuddhistischen Ritualen, die von frommen Mönchen durchgeführt wurden. Der Teemeister übernimmt in streng festgelegten Handgriffen und Bewegungen die Zubereitung des Tees. Vor dem ersten Gast stellt der Teemeister die Schale mit dem fertigen dicken grünen Tee nieder. Jeder trinkt und reicht die Schale weiter. Nach dem Ende der Teezeremonie wird das zumeist sehr alte und wertvolle Teegerät bestaunt und ein Gespräch schließt sich an. Die Teezeremonien laufen nicht alle einheitlich ab; ihre Regeln variieren je nach der Schule, aus welcher der Teemeister hervorgegangen ist.

Auch in England ist das Teeritual stark in die kulturellen Gepflogenheiten eingebunden. Hervorzuheben ist der traditionelle 5-Uhr-Tee: Hierbei wird der Tee stark zubereitet und mit frischer Milch serviert, wobei zuerst die Milch in die Tasse gegossen wird und dann der Tee.

In Ostfriesland gilt der Tee seit mehr als 300 Jahren als Grundnahrungsmittel. Bei einem jährlichen pro Kopf Verbrauch von 2,6 Kilogramm trinken die Ostfriesen mehr als das Zehnfache gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Bis zu fünf Mal täglich genehmigt sich ein echter Ostfriese eine Tasse Tee, am liebsten mit einem dicken Stück Kandis - Kluntje genannt - und ein wenig ungeschlagener, besonders fetthaltiger Tee-Sahne. So genießt der Ostfriese als Erstes den Tee mit dem Sahnewölkchen (wulkje), dann den herben Teegeschmack und schließlich den gesüßten Tee vom Boden der Tasse.

 




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(c) BEECOM.
Bildnachweis: Deutscher Teeverband e.V.
 
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